Kun-Oper Aufführung in der Oper Köln "Palast ewiger Jugend"

Ein Stück UNESCO Weltkulturerbe feiert Europa-Premiere

05 Nov –08 Nov 2011

Die chinesische Kun-Oper

Die Kun-Oper, eine der ältesten Bühnenkunstformen der Welt, steht für ein kunstvolles Zusammenspiel aus klassischer chinesischer Sprache, betörenden Klängen, anmutiger Körpersprache, herausragendem Schauspiel und meisterhafter Kampfkunst. Diese exquisite Mischung wird von den in fantastische Kostüme gekleideten Akteuren anschaulich und eindrucksvoll interpretiert und in Szene gesetzt.

Die Kun-Oper hatte großen Einfluss auf die verschiedensten chinesischen Theaterformen, so auch auf die berühmte Pekingoper. Im Laufe der Qing-Dynastie (1644 -1911) verlor die „Kunqu“, wie sie im Chinesischen genannt wird, mehr und mehr an Bedeutung und verschwand um 1930 beinahe ganz von den Theaterbühnen. Einigen Intellektuellen ist es zu verdanken, dass die Theaterform in den darauffolgenden Jahren wiederbelebt wurde, um schließlich im Mai 2001 in die UNESCO-Liste der „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ aufgenommen zu werden. 2008 wurde diese Liste von der UNESCO umbenannt, so dass die Kun-Oper nun Teil der „Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ ist.

Im vergangenen Jahr präsentierte die Oper Köln mit dem „Ring des Nibelungen“ eines der herausragendsten Kultur-Highlights der EXPO in Shanghai. Acht ausverkaufte Vorstellungen zeugen von einem rauschenden Erfolg!  Als Gegenbesuch bringt das Ensemble des berühmten Shanghaier Kun-Opernhauses Anfang November diesen Jahres den meistgefeierten Kun-Opern-Klassiker „Palast ewiger Jugend“ in voller Länge an vier aufeinanderfolgenden Abenden in die Oper Köln – eine Europapremiere chinesischer Hochkultur!

Das Stück

„Palast ewiger Jugend“ ist eine der meistgefeierten Kun-Oper-Klassiker und das bedeutendste Theaterwerk des Shanghai Kun-Opernhauses.
Zu Beginn der Qing-Dynastie schrieb der Autor und Dramaturg Hong Sheng (1645-1704) die berühmte Liebesgeschichte vom Tang-Kaiser Li Longji (dessen überlieferter zweiter, kaiserlicher Name Xuanzong lautet) und seiner Konkubine Yang Juhuan (die an Hofe „Lady Yang“ genannt wurde). Die Geschichte über Liebe und Leidenschaft, politische Machenschaften und menschliche Intrigen, spielt vor dem Hintergrund der An Lushan Rebellion von 756-763, welche den Untergang der Tang-Dynastie einleitete.

Mit beeindruckender Fantasie führt der Autor sein Publikum durch Himmel, Erde und Hölle, wo sich Menschen, Geister und mythische Fabelwesen ein rasantes Wechselspiel liefern. Die Grenze zwischen Leben und Tod verwischt, denn die große und wahre Liebe der beiden Hauptfiguren vermag es, alle Hindernisse zu überwinden.

Aufführungsdauer

„Palast ewiger Jugend“ dauert in voller Länge 10 Stunden und ist in vier Akte aufgeteilt: „Das Pfand“, „Der Tanz im gefiederten Regenbogenkleid“, „Die Meuterei in Mawei“ und „Die Wiedervereinigung der Liebenden“.
Die mitreißende und äußerst aufwändig inszenierte Oper wird in vier Abendvorstellungen à 2,5 Stunden aufgeführt.

Das „Shanghai Kun-Opernhaus“

Das „Shanghai Kun-Opernhaus“ ist Chinas bekanntestes Kun-Opernhaus, dessen Bedeutung seit der Aufführung von „Palast ewiger Jugend“ noch weiter gestiegen ist. Erstmals im Mai 2007 unter der Regie von Cao Qijing in voller Länge aufgeführt, wurde „Palast ewiger Jugend“ ab der ersten Vorstellung von tausenden Besuchern aller Altersgruppen bewundert und bejubelt. Es folgten landesweite Experten-Tagungen und Diskussionsrunden; die Kun-Oper ist wieder in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen und philosophischen Interesses gerückt. Sie fesselt und beeindruckt das Publikum und die Fachwelt gleichermaßen und schafft es trotz der großen Popularität intellektuell anspruchsvoll zu bleiben.

Der legendäre Cai Zhengren

Besonders die eindrucksvolle Bühnenpräsenz des legendären Cai Zhengren, der die Rolle des Kaisers Li/Xuanzong virtuos beherrscht, verleiht der Oper eine Lebendigkeit, die den Zuschauer von der ersten Szene an emotional packt und stets in Atem hält.