Das Programm

1. Akt: Das Pfand

Der Kaiser Li Longji hat unter seinen Hofbediensteten eine besonders schöne Frau mit Namen Yang Yuhuan entdeckt, in die er sich unsterblich verliebt hat. Er hat sie zu seiner Ersten Konkubine gemacht - sie heißt in Zukunft „Lady Yang“ - und schwört ihr ewige Liebe und Treue. Ein Pfand soll diesen Schwur besiegeln: Eine Haarnadel mit zwei umschlungenen Phönixen und eine kostbare Dose, die in einen langen weißen Schal eingewickelt ist, auf dem ein Drache und ein Phönix ihre Köpfe zusammenstecken.

Zur selben Zeit kommt im Palast An Lushan an, der als Günstling eines Generals eine steile Karriere gemacht hat, aber in einer wichtigen Schlacht gegen die Gegner des Kaisers seine Armee verloren hat. Der Kaiser soll das Urteil des Militärgerichts sprechen, was normalerweise den Tod bedeutet. Aber An Lushan hat über einen Freund im Büro des Premierministers den Premierminister Yang Guozhong bestochen, damit dieser den Kaiser in seinem Urteil beeinflussen soll. Dieser Premierminister Yang ist gleichzeitig der Cousin der Lady Yang. Der Premierminister legt wie erwartet ein gutes Wort ein und lobt die Fähigkeiten des An Lushan, besonders seine umfangreichen Sprachkenntnisse. Der Kaiser möchte daraufhin die Wortgewandheit des Karrieristen für das Reich erhalten und begnadigt ihn. Während eines Ausflugs des Kaisers mit Lady Yang benimmt sich An Lushan jedoch sehr aufdringlich und ungehörig, so dass der ihm zugedachte Posten in der Hauptstadtverwaltung geändert wird in einen Militärrang in der Provinz, wo er im aufständischen Grenzgebiet sich erneut bewähren soll.

Lady Yang lobt gegenüber dem Kaiser ihre Schwester, die Herzogin Guo, so sehr, dass der Kaiser aufmerksam wird. Er schickt nach dieser, um sie kennenzulernen und nach einigen Gläsern Alkohol machen sie einander schöne Augen, sehr zum Missfallen von Lady Yang. Sie spricht mit dem diplomatischen Chef-Eunuchen Gao Lishi, der gleichzeitig Verteidigungsminister des Reiches ist. Dieser rät ihr, den Kaiser von ihrer Liebe zu überzeugen.

Sie tut dies, indem sie ihm eine Locke ihres Haares schenkt. Der Kaiser ist von der Einfachheit und doch Bedeutungsfülle des Geschenks so sehr berührt, dass beide ihren Liebesschwur erneuern.

2. Akt: Der Tanz im regenbogenfarbenen Federkleid

Die Mondgöttin ist gerührt von der Liebe der Lady Yang zum Kaiser. Sie möchte der im Palast schlafenden Lady ein den Menschen bisher unbekanntes Lied schenken: Einen Tanz der regenbogenfarbenen Federkleider. Sie schickt ihre Dienerin Hanhuang, eine Fee, zur schlafenden Lady Yang. Hanhuang entführt deren schlafenden Geist in den Palast der Mondgöttin, wo sie die verzaubernde Melodie hört und dem Tanz zusieht, der von Feen aufgeführt wird. Als Lady Yang erwacht, ist sie so angetan von dem, was sie glaubt im Traum erlebt zu haben, dass sie die himmlische Melodie in Noten aufschreibt. Der musikbegeisterte Kaiser liest die Noten und erkennt ihre himmlische Herkunft. Er ordnet an, dass dieser Tanz von seinen Opernkünstlern aufgeführt werden soll.

In der Zwischenzeit wird Guo Ziyi zum Militärkommissar in Tiande ernannt. Er ist ein junger, loyaler, ehrgeiziger Militärschüler, der damit seine erste Stellung in der Provinz bekommt. Als er seine Urkunde empfängt, reitet in der Nähe An Lushan vorbei, der gerade zum Prinz von Dongping (Prinz des östlichen Friedens) ernannt worden war. Lady Yang offenbart dem Kaiser, dass sie gerne Lychee-Früchte isst, worauf dieser anordnet, dass aus dem ganzen Land Lychee-Früchte herbeigebracht werden. Die Boten, die die Früchte bringen, sind sehr rücksichtslos auf ihrem Weg. Sie zertrampeln das Getreide auf den Feldern der armen Bauern, und sie reiten jeden nieder, der ihnen im Weg steht.


Derweil vergnügen sich der Kaiser und seine Lady Yang bei einem Teller-Tanz. Eine Scheibe wird auf den Boden gelegt, Lady Yang tanzt auf der Scheibe in einem roten wehenden Kleid. Der Kaiser selbst schlägt die Trommel, während andere Musiker mit ihm spielen. Der Kaiser ist so angetan von der Anmut des Tanzes, dass er Lady Yang wiederum ein kostbares Geschenk als Zeichen seiner Zuneigung macht: Eine mit Edelsteinen besetzte Schmucktasche.

In der Zwischenzeit ist der Premierminister Yang äußerst ungehalten über den undankbaren An Lushan, dem er geholfen hat, sein Leben zu retten und der
nun zum Prinzen ernannt wurde, ohne dafür eine Dankesleistung erbracht zu haben. Sie treffen sich und ergehen sich gegenseitig in Vorwürfen, wobei An Lushan mit sehr ungebührlicher, überheblicher Rede das Gift des Hasses versprüht. Der Premierminister warnt sofort den Kaiser vor dem aufrührerischen Geist An Lushans, der daraufhin als Militärführer nach Fanyang versetzt wird.

Derweil fühlt sich Lady Yang vom Kaiser vernachlässigt, und durch Zufall erfährt sie vom Eunuchen Gao, dass der Kaiser erneut mit ihrer Vorgängerin Jiang Caipin zusammen ist, die wegen ihrer Vorliebe für Pflaumenblüten selber als Lady Pflaumenblüte bekannt ist. Lady Yang will ihn zur Rede stellen, aber er lässt sich wegen einer vermeintlichen Krankheit verleugnen.

Lady Yang lässt sich jedoch nicht abweisen und so versteckt der Kaiser Lady Pflaumenblüte hinter einem Vorhang und beteuert Lady Yang seine Liebe. Diese entdeckt zwar Zeichen seiner Untreue, doch der Eunuch Gao erreicht eine Versöhnung der beiden Liebenden.

Währenddessen hält der aufrührerische An Lushan eine Militärübung ab, die als „Jagd“ bezeichnet wird und die der Auftakt eines von An Lushan geplanten Rache-Aufstands sein soll. Das Unglück kündigt sich an und nimmt seinen Lauf.

3. Akt: : Die Rebellion von Mawei

Guo Ziyi wurde vom Kaiser zum Gouverneur von Lingwu gemacht. Er fürchtet, dass An Lushan Böses im Schilde führt. Ein Bote berichtet ihm, dass An Lushan alle chinesischen Generäle entlassen und sie durch Tartaren ersetzt hat. Außerdem habe er den Kaiser gebeten, ihm seine Reitertruppen in einer Parade in der Hauptstadt vorzuführen, dreitausend Pferde mit sechstausend Reitern und fünfzehntausend Soldaten als Begleiter. Für Guo Ziyi ist es klar, dass An Lushan einen Aufstand plant.

In der Zwischenzeit wundern sich im Palast die Bediensteten, dass der Kaiser und Lady Yang einander in ihrer Liebe so genug sind, dass sie fast nie in Erscheinung treten. Während Lady Yang um ihr beständiges Glück betet, wird sie von Feen der Milchstraße beobachtet. In ihren Gebeten hofft sie, dass sich ihre Eifersucht niemals bewahrheiten möge. Schließlich bittet sie den Kaiser, den Schwur ewiger Liebe unter der Milchstraße über ihnen zu erneuern. Während sich der Kaiser und Lady Yang in ihrer Liebe zueinander ergehen, erobert An Lushan einen wichtigen Pass, der zur Hauptstadt führt. Er zieht gegen die Staatsführung und plant, Rache am Premierminister zu nehmen. Noch ahnen der Kaiser und Lady Yang nichts vom drohenden Unheil. Sie trinken und scherzen, bis Lady Yang betrunken zu Bett gebracht wird.

Da überbringt der Premierminister dem Kaiser die böse Nachricht, und beide sehen keinen anderen Ausweg als die Flucht nach Chengdu. Der fliehende Tross macht Halt in der Poststation Mawei. Die Menschen im Reich glauben, dass der korrupte Premierminister alles verschuldet hat, sie ergreifen und töten ihn. Der Kaiser ist entsetzt. Er weiß, dass Lady Yang als Cousine des Premierministers ebenfalls verantwortlich gemacht werden wird und sterben soll. Der Kaiser weigert sich, sie auszuliefern, aber Lady Yang sieht keinen anderen Ausweg als sich selbst zum Wohle des Staates zu opfern. Widerwillig stimmt der Kaiser zu und Lady Yang erhängt sich mit einem Seidenschal am Ast eines Pfirsichbaums.

Doch die Feen der Milchstraße bedauern diese Entwicklung. Sie nehmen den Geist der Lady Yang auf, während sie in einer göttlichen Kutsche über den Himmel ziehen. Plötzlich wird auch der Geist der Herzogin Gao sichtbar, die ebenfalls getötet worden ist. Zwei Teufel verfolgen und fangen sie. Schließlich taucht auch noch der Geist des Premierministers Guo auf. Ein Teufel verhaftet ihn auf Befehl des Königs der Hölle, um ihm die gerechte Strafe zuteil werden zu lassen. Die Feen rufen den Schutzgott von Mawei an, ihnen zu helfen. Denn Lady Yang ist in Wahrheit eine Mensch gewordene Paradies-Fee, die wiederum in den Kreis der Feen aufgenommen werden könnte, wenn der Schutzgott von Mawei hilft.

Inzwischen hat der Kaiser unter beschwerlichen Umständen seine Reise nach Chengdu ins Exil fortgesetzt. Seinen Thron in der Hauptstadt hat er bereits abgegeben. Düstere Gedanken und ein gebrochenes Herz begleiten ihn beim Blick in die unsichere Zukunft.

4. Akt: Die Wiedervereinigung der Liebenden

Die Göttin der Milchstraße und ihre Feen bitten den Schutzgott von Mawei, heiliges Wasser auf das Grab von Lady Yang zu spritzen, so dass sie
wiederauferstehen und als Fee ihren Platz unter den Göttlichen einnehmen kann. Lady Yang ist hoch erfreut, als sie wieder lebt, aber sie weiß, dass der
Kaiser sie so sehr liebt, dass er irgendwann ihren Leichnam aus dem Grab holen lassen wird, um sie bei sich zu begraben. Deshalb bittet sie den Schutzgott von Mawei, statt ihrer selbst die Geschenke des Kaisers in das Grab zu legen. Sie zerbricht sie in Hälften und lässt die einen Hälften begraben. Die beiden anderen Hälften behält sie selber als ihren Teil am Liebespfand, das beide auf ewig verbindet.

Mittlerweile hat An Lushan die Hauptstadt erobert und feiert ein Fest im Palast. Er lässt die verbliebenen Minister antreten, die ihm huldigen. Musik ertönt und das Fest beginnt. Aber der Chefmusiker Lei stört die Idylle. Er beschuldigt An Lushan des Verrats, erinnert ihn an die Gnade des Kaisers, die ihm das Leben geschenkt und ihn sogar zum Prinzen gemacht hat. Aber An Lushan, gepackt vom schlechten Gewissen, lässt ihn abführen und töten. Wütend beendet er das gerade begonnene Fest und legt sich mit seiner Konkubine Lady Duan zur Ruhe. Doch das Schicksal ist schon nahe. Ein kaisertreuer Spion namens Li Zhuer, seinem Vornamen nach ein „Schweinchen“, hat sich als Diener eingeschlichen und ersticht den selbstgefälligen neuen Herrscher An Lushan.

Draußen im Feld kämpft Guo Ziyi, der junge vom Kaiser ernannte Befehlshaber, tapfer und siegreich gegen die Feinde des Kaisers. Schließlich erreicht ihn die Nachricht, dass der Palast zurückerobert wurde und An Lushan tot ist. Der Sohn des Kaisers sitzt dort nun auf dem Thron, während der Kaiser und sein Gefolge sich im Exil in Chengdu befinden.

Die Sehnsucht von Kaiser Li Longji nach Lady Yang ist unerträglich. Er lässt ein Bild von ihr malen und setzt es auf den Thron. Während er seiner Trauer freien Lauf lässt, beginnt das Bild von Lady Yang ebenfalls zu weinen. Die traurige Geschichte geht durch das ganze Land. Ein Lautenspieler tritt auf, um wie viele andere im Land die Geschichte den lauschenden Zuhörern vorzuspielen.
Langsam kehrt wieder Ruhe ein im Land nach der Rebellion von Mawei. Der Kaiser beschließt, aus dem Exil zurückzukehren. Er befiehlt, für Lady Yang ein prachtvolles Grab in Mawei zu bauen und sie umzubetten. Und während er still für sich trauert, gesellt sich der Geist Lady Yangs zu ihm und trauert mit ihm. Der Kaiser beschließt, ihren Geist zu beschwören zu lassen, um sie noch einmal zu sehen. Ein Geisterbeschwörer begibt sich ins Jenseits, um Lady Yang zu finden und sie dem Kaiser vorzuführen. Doch sie ist weder im Buch der Hölle eingetragen, noch im Himmel zu finden. Schließlich erhält er den Hinweis, dass sie auf dem Feenberg namens Penglai wohnen könnte. Dorthin begibt er sich und findet Lady Yang. Sie bittet ihn, dem Kaiser ihre zerbrochene Teile der Liebespfänder zu geben und ihm als Beweis, dass diese auch von ihr stammten, zu sagen, wie sie in ihren Besitz gekommen seien:  Als Pfand der Liebe. Nur sie und der Kaiser wüssten davon.

Der Feengöttin trägt sie wiederum die Bitte vor, dass sie, auch wenn sie nun ein geistiges Wesen sei, doch nichts mehr wünsche, als ihren Geliebten noch ein einziges Mal zu sehen. Als der Geisterbeschwörer zurückkehrt, berichtet er dem Kaiser, dass Lady Yang nun eine Fee sei und ihn unbedingt wiedersehen möchte. Dies wird arrangiert und als die beiden Liebenden sich überglücklich in die Arme fallen, verkündet die Feengöttin ein Urteil: Beide waren einst Engel, die wegen ihrer Vergehen menschlich werden mussten. Aber das Leid, das sie erfahren haben und die Liebe, die sie beide füreinander haben, führen zur Vergebung aller
Schuld. Beide werden nun wieder zu Engeln in alle Ewigkeit und dürfen fortan in Trdiva, dem heiligsten aller Himmel, leben.